Befunde aus 21 Millionen Vergabebekanntmachungen
Jede Zahl auf dieser Seite ist gemessen, nicht geschätzt, und nennt ihre Grundgesamtheit und ihre Fallzahl. Alles ist frei zitierbar. Die Rohtabellen gibt es als CSV. Stand der Auswertung: 10.9.2026.
Frage: Wo in Europa wird am seltensten um öffentliche Aufträge konkurriert?
Einfach erklärt
Wenn eine Stadt etwas kaufen will — ein Feuerwehrauto, eine neue Schule — muss sie das laut sagen, damit sich Firmen melden können. Das ist wie ein Wettrennen: Wer das beste Angebot macht, gewinnt.
Manchmal steht aber nur EIN Läufer an der Startlinie. Dann gewinnt er automatisch. Dieser Balken zeigt, wie oft das passiert.
In Griechenland ist fast jedes zweite Rennen ein Rennen mit nur einem Läufer. In Deutschland jedes fünfte. Der goldene Balken ist Deutschland.
Aber Vorsicht: Nur ein Läufer heißt nicht, dass jemand geschummelt hat. Manchmal gibt es einfach nur eine Firma, die so ein Feuerwehrauto bauen kann.
der deutschen EU-weiten Zuschläge gingen an den einzigen Bieter, der ein Angebot abgegeben hatte — 47.783 von 233.330 Verfahren.
Im Ländervergleich ist das wenig. Auf demselben EU-Formular gemessen:
Grundgesamtheit: TED-Zuschlagsbekanntmachungen mit gemeldeter Angebotszahl, alle Verfahrensarten. Länder ab n = 200.
Frage: Wie viele Angebote bekommt ein Auftraggeber typischerweise — und wo die meisten?
Einfach erklärt
Bei jedem Wettrennen zählen wir die Läufer an der Startlinie.
Dieser Balken sagt: Wie viele Läufer sind es im Durchschnitt? In Deutschland etwa sechs. In Bulgarien knapp drei.
Mehr Läufer heißt: Die Stadt kann sich das beste Angebot aussuchen.
Angebote je Verfahren in Deutschland im Schnitt — der höchste Wert im Vergleich.
Arithmetisches Mittel der gemeldeten Angebotszahl je Verfahren.
Frage: Welche Länder vergeben an Unternehmen, die woanders sitzen?
Einfach erklärt
Wenn eine Stadt in Irland etwas kauft, gewinnt oft eine Firma aus einem anderen Land — fast jedes vierte Mal.
In Deutschland fast nie: nur bei etwa zwei von hundert Aufträgen kommt der Gewinner von außerhalb.
Kleine Länder kaufen öfter beim Nachbarn ein, weil sie selbst nicht alles haben. Das ist wie bei einem kleinen Dorf, das zum Einkaufen in die nächste Stadt fährt.
Anteil der Verfahren, bei denen mindestens ein Zuschlag an ein Unternehmen außerhalb des Auftraggeberlandes ging.
Sitzland des Zuschlagsempfängers laut Bekanntmachung, nicht wirtschaftlicher Eigentümer. Eine deutsche Tochter eines französischen Konzerns zählt als deutsch.
Frage: Wie viel öffentlicher Einkauf passiert unterhalb der EU-Schwelle — und wo sehen wir ihn?
Einfach erklärt
Es gibt eine Grenze: Wenn ein Auftrag richtig groß ist, muss die Stadt ihn in ganz Europa bekannt machen. Wenn er kleiner ist, reicht es, ihn zu Hause zu sagen.
Diese kleineren Aufträge sieht sonst fast niemand von außen. Wir sammeln sie trotzdem — zwölf Millionen Stück.
Der Balken zeigt nur, wie viele wir je Land gefunden haben. Er sagt nicht, wer besser oder schlechter ist. Und bei Deutschland fehlt noch ein großer Stapel, den wir noch nicht sortiert haben.
unterschwellige Bekanntmachungen aus nationalen Portalen — Vergaben, die nie im EU-Amtsblatt erscheinen und in keiner TED-Auswertung vorkommen.
Nur Mengen. Bieterquoten sind hier zwischen Ländern nicht vergleichbar: was in Spanien ein contrato menor ist, ist in Deutschland eine Direktvergabe mit anderer Schwelle und anderer Veröffentlichungspflicht.
Was parlamentarisch zum Thema Vergabe läuft. Als Fundstelle, nicht als Analyse.
- 17.4.2026 · Rede Christian Moser, MdB, CDU/CSU
- 17.4.2026 · Zwischenfrage Dr. Till Steffen, MdB, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
- 17.4.2026 · Rede Dr. Martin Plum, MdB, CDU/CSU
- 17.4.2026 · Erwiderung Helge Limburg, MdB, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
- 17.4.2026 · Rede Helge Limburg, MdB, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
- 17.4.2026 · Rede Axel Müller, MdB, CDU/CSU
- 17.4.2026 · Rede Tobias Matthias Peterka, MdB, AfD
- 17.4.2026 · Rede Carmen Wegge, MdB, SPD
Selbst nachrechnen
Dieselbe Tabelle, aus der die Befunde stammen. Das gewählte Gebiet ist hervorgehoben.
Frage: Wie steht ein Land im Vergleich — und kann ich die Zahl nachrechnen und mitnehmen?
Einfach erklärt
Das ist die Tabelle, aus der alle Zahlen oben kommen. Wie die Zutatenliste hinten auf der Packung.
Du kannst nach Sache und Jahr filtern und dir die Tabelle als Datei mitnehmen, um selbst nachzurechnen.
Für Redaktionen
Explorer — Zugang auf Anfrage
- Rangliste aller Länder, filterbar nach Branche und Jahr
- Aufschlüsselung bis zum einzelnen Verfahren
- CSV-Export der gefilterten Tabelle
Frei zugänglich und ohne Anmeldung zitierbar bleiben die vier Befunde, der Leitfaden und die Methodik. Wer nur eine Zahl braucht, braucht keinen Zugang.
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Ich habe schon einen Schlüssel
Regierungen, Ereignisse, Vergaben — auf einer Zeitachse
Ein Klick auf eine Regierung zeigt, welche CPV-Klassen das Land danach erstmals ausgeschrieben hat — als Merkmal, nicht als Beweis. „anderswo" sagt, ob das nur hier passierte.
Frage: Hat sich etwas verändert, als eine Regierung wechselte oder ein Gesetz kam?
Einfach erklärt
Die blaue Linie ist wie eine Fieberkurve — aber statt Fieber zeigt sie: Wie viel von allem, was ein Land kauft, ist zum Beispiel Umweltschutz? Ein Punkt für jedes Vierteljahr.
Die farbigen Streifen darunter sind die Regierungen. Jede Farbe ist eine Partei. Dunkel heißt CDU, rot SPD, grün Grüne. Wenn zwei Parteien zusammen regieren, siehst du zwei Farben nebeneinander im dünnen Streifen ganz unten.
Die senkrechten Linien sind Ereignisse: eine Wahl, ein neues Gesetz, Corona.
So liest du sie: Schau, wo eine neue Regierung anfängt. Macht die blaue Linie danach etwas anderes als davor? In Hessen nicht — sie wackelt vorher und nachher gleich. Das ist eine Antwort, auch wenn sie langweilig ist.
Und wenn die Linie an einer Stelle einen Sprung macht, heißt das noch nicht, dass die Regierung schuld war. Vielleicht war es das Gesetz oder Corona zur gleichen Zeit. Deshalb gibt es unten den Knopf zum Nachprüfen.
Für Redaktionen
Zeitlinie — Zugang auf Anfrage
- Regierungsperioden aller 16 Länder und des Bundes seit 2005
- Datierte Ereignisse gegen den Vergabeverlauf
- Sprung von einer Regierung zur passenden Vergabereihe
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Ereignisse gegen Vergaben, mit Zeitversatz
Quartalsweise seit 2016, bis zu acht Quartale Versatz. Entzerrt ist Standard; die rohe Sicht steht daneben, damit man sieht, warum sie nicht taugt.
Frage: Läuft eine Reihe der anderen voraus — und wie sicher ist das?
Einfach erklärt
Stell dir zwei Fieberkurven vor. Die Frage ist: Wenn die eine hochgeht, geht die andere dann ein paar Monate später auch hoch — immer wieder, nicht nur einmal?
Zum Beispiel: Wenn im Bundestag viel über Computer geredet wird, kaufen die Städte dann ein Jahr später mehr Computer?
Die Tabelle probiert das aus: einmal ohne Verzögerung, einmal mit einem Vierteljahr, mit zwei, mit drei … bis zu acht. Und sagt dann in drei Wörtern: „deutlich“, „schwach“ oder „kein belastbarer Zusammenhang“.
Achtung, Falle: Wenn du „roh“ wählst, sehen ALLE Kurven aus, als würden sie zusammengehören. Das liegt daran, dass unsere Sammlung jedes Jahr größer wird — alles steigt. Deshalb ist „entzerrt“ eingestellt: Da rechnen wir das Wachsen der Sammlung heraus, und übrig bleibt nur, was wirklich zusammenhängt.
Und noch etwas: Wer acht Verzögerungen ausprobiert, findet fast immer eine, die ein bisschen passt — so wie man bei acht Würfeln fast immer eine Sechs findet. Deshalb steht dabei, wie oft wir gewürfelt haben.
Zweite Falle: Zwei Kurven, die beide seit zehn Jahren nach unten gehen, sehen zusammengehörig aus — auch wenn sie nichts miteinander zu tun haben. Wie zwei Menschen, die zufällig beide älter werden. Wenn das passiert, steht oben eine orange Warnung, und du solltest auf „Veränderung zum Vorjahresquartal“ umschalten.
Dritte Falle: Manchmal reicht EIN verrückter Ausreißer, damit eine Kurve zu passen scheint. Deshalb rechnen wir jede Verbindung zweimal, auf zwei verschiedene Arten. Sind sich die beiden nicht einig, schreiben wir „nur durch Ausreißer“ — und dann ist es nichts.
Für Redaktionen
Korrelation — Zugang auf Anfrage
- Bundestagsdebatte gegen Vergaben, über acht Quartale Versatz
- Pearson und Spearman, mit Ausreißer- und Trendwarnung
- Der Suchraum wird ausgewiesen — 144 gerechnete Tests stehen dabei
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Leitfaden — welche Grafik welche Frage beantwortet
Die Form folgt der Aufgabe: Größen vergleichen → Balken, Verlauf → Linie, wer-wann-wo → Bänder, eine Zahl → Kachel. Jede Grafik nennt hier ihre Frage, wie man sie liest, was sie nicht sagt, und woraus sie gerechnet ist.
Ihr Zuschnitt
Frage: Wie sieht es in genau meinem Gebiet, meiner Branche, meinem Jahr aus?
- Vier Zahlen, keine Grafik — mehr braucht eine einzelne Auswahl nicht.
- „n zu klein“ heißt: unter 200 Zuschlägen mit Bieterzahl. Dann steht die Menge, aber keine Quote.
- Ein Bundesland wird auf sein Land abgebildet — die Vergleichsgrundlage ist je Land gerechnet.
Einfach erklärt
Stell dir vor, du suchst dir ein Land, eine Sache und ein Jahr aus — zum Beispiel Frankreich, Bauen, 2024.
Dann zeigen dir vier Kästchen: Wie viele Aufträge gab es? Wie oft hat sich nur eine einzige Firma gemeldet? Wie viele Firmen haben sich im Schnitt gemeldet? Und wie oft hat eine Firma aus einem anderen Land gewonnen?
Wenn da „n zu klein“ steht, heißt das: Es gab zu wenige Aufträge, um eine faire Prozentzahl zu sagen. Dann zeigen wir lieber nichts als etwas Falsches.
Daten: friedrich_agg_befunde, Eimer ted-can: TED-Zuschlagsbekanntmachungen mit gemeldeter Angebotszahl, alle Verfahrensarten.
Befund 1 · Ein-Bieter-Quote je Land
Frage: Wo in Europa wird am seltensten um öffentliche Aufträge konkurriert?
- Balkenlänge = Anteil der Zuschläge, bei denen genau ein Angebot einging. Sortiert von hoch nach niedrig.
- Der goldene Balken ist Deutschland — das eine Land, um das es hier geht; der Rest ist Kontext.
- Nur Länder mit mindestens 200 Fällen. Was fehlt, ist zu dünn, nicht gut.
- Zwei Quellen, zwei Reichweiten: BT-759 aus eForms (alle Länder, ab 2024) und NUMBER_OFFERS der TED-CSV-Altdaten (2017–2023, nur Deutschland, je Zuschlag — wir nehmen je Verfahren das Maximum). Ein Ländervergleich ist deshalb erst ab 2024 möglich; die deutsche Reihe reicht bis 2017 zurück. Der Explorer zeigt je Verfahren, aus welcher Quelle die Zahl stammt.
- Ein Bieter ist kein Korruptionsbeweis: Spezialtechnik, Nachbestellungen und dünne Anbietermärkte erzeugen dieselbe Zahl.
- Nicht mit nationalen Direktvergaben mischen — dort ist ein Bieter die gesetzliche Definition, kein Befund.
Einfach erklärt
Wenn eine Stadt etwas kaufen will — ein Feuerwehrauto, eine neue Schule — muss sie das laut sagen, damit sich Firmen melden können. Das ist wie ein Wettrennen: Wer das beste Angebot macht, gewinnt.
Manchmal steht aber nur EIN Läufer an der Startlinie. Dann gewinnt er automatisch. Dieser Balken zeigt, wie oft das passiert.
In Griechenland ist fast jedes zweite Rennen ein Rennen mit nur einem Läufer. In Deutschland jedes fünfte. Der goldene Balken ist Deutschland.
Aber Vorsicht: Nur ein Läufer heißt nicht, dass jemand geschummelt hat. Manchmal gibt es einfach nur eine Firma, die so ein Feuerwehrauto bauen kann.
Daten: Eimer ted-can, Rollup „alle Branchen / alle Jahre“. Land aus der Quelle (friedrich_source_country), nicht aus dem NUTS-Code.
Befund 2 · Angebote je Verfahren
Frage: Wie viele Angebote bekommt ein Auftraggeber typischerweise — und wo die meisten?
- Arithmetisches Mittel der gemeldeten Angebotszahl. Ein Ausreißer mit 40 Angeboten zieht den Schnitt; der Median steht im Explorer.
- Mehr Angebote heißt nicht bessere Vergabe — nur mehr Wettbewerb um den Zuschlag.
Einfach erklärt
Bei jedem Wettrennen zählen wir die Läufer an der Startlinie.
Dieser Balken sagt: Wie viele Läufer sind es im Durchschnitt? In Deutschland etwa sechs. In Bulgarien knapp drei.
Mehr Läufer heißt: Die Stadt kann sich das beste Angebot aussuchen.
Daten: Eimer ted-can, avg_bieter und med_bieter je Land.
Befund 3 · Vergabe ins Ausland
Frage: Welche Länder vergeben an Unternehmen, die woanders sitzen?
- Anteil der Verfahren, bei denen mindestens ein Zuschlag an ein Unternehmen außerhalb des Auftraggeberlandes ging.
- Kleine offene Volkswirtschaften stehen oben — Irland, Österreich, Belgien. Das ist Geographie, keine Politik.
- Sitzland laut Bekanntmachung, nicht wirtschaftlicher Eigentümer. Eine deutsche Tochter eines französischen Konzerns zählt als deutsch.
Einfach erklärt
Wenn eine Stadt in Irland etwas kauft, gewinnt oft eine Firma aus einem anderen Land — fast jedes vierte Mal.
In Deutschland fast nie: nur bei etwa zwei von hundert Aufträgen kommt der Gewinner von außerhalb.
Kleine Länder kaufen öfter beim Nachbarn ein, weil sie selbst nicht alles haben. Das ist wie bei einem kleinen Dorf, das zum Einkaufen in die nächste Stadt fährt.
Daten: Gewinner-Ländercode (alpha-2 und alpha-3 normalisiert) gegen Auftraggeberland; Nenner ist nur die beurteilbare Teilmenge.
Befund 4 · Unterhalb der EU-Schwelle
Frage: Wie viel öffentlicher Einkauf passiert unterhalb der EU-Schwelle — und wo sehen wir ihn?
- Nur Mengen. Die Balken sagen, wie viele Bekanntmachungen wir je Land haben, nicht, wie viel ein Land ausgibt.
- Bieterquoten sind hier zwischen Ländern nicht vergleichbar — ein spanischer contrato menor und eine deutsche Direktvergabe folgen verschiedenen Regeln.
- Deutschland ist derzeit untererfasst: 782.434 Bekanntmachungen des Datenservice Öffentlicher Einkauf tragen noch keine Schwellen-Markierung.
Einfach erklärt
Es gibt eine Grenze: Wenn ein Auftrag richtig groß ist, muss die Stadt ihn in ganz Europa bekannt machen. Wenn er kleiner ist, reicht es, ihn zu Hause zu sagen.
Diese kleineren Aufträge sieht sonst fast niemand von außen. Wir sammeln sie trotzdem — zwölf Millionen Stück.
Der Balken zeigt nur, wie viele wir je Land gefunden haben. Er sagt nicht, wer besser oder schlechter ist. Und bei Deutschland fehlt noch ein großer Stapel, den wir noch nicht sortiert haben.
Daten: Eimer unterschwellig: friedrich_tenders.isSubThreshold je Land.
Länder-Rangliste
Frage: Wie steht ein Land im Vergleich — und kann ich die Zahl nachrechnen und mitnehmen?
- Dieselbe Tabelle, aus der die Befunde stammen. Was oben als Satz steht, steht hier als Zeile.
- Grundgesamtheit wählbar: TED-Zuschläge (Wettbewerbszahlen) oder unterschwellig (nur Mengen).
- CSV-Export unten — die Rohtabelle mit Kopfzeilen, die sagen, was sie nicht bedeutet.
- Zwischen den beiden Grundgesamtheiten wird nie addiert.
Einfach erklärt
Das ist die Tabelle, aus der alle Zahlen oben kommen. Wie die Zutatenliste hinten auf der Packung.
Du kannst nach Sache und Jahr filtern und dir die Tabelle als Datei mitnehmen, um selbst nachzurechnen.
Daten: friedrich_agg_befunde, gefiltert nach Branche und Jahr aus der Filterleiste.
Vergabereihe mit Regierungen und Ereignissen
Frage: Hat sich etwas verändert, als eine Regierung wechselte oder ein Gesetz kam?
- Die Linie ist der Anteil einer Branche am Gesamtaufkommen des Gebiets je Quartal — Anteil, nicht Menge, damit neue Datenquellen die Kurve nicht heben.
- Bänder = Regierungsperioden. Fläche in der Farbe der Führungspartei, Streifen am Boden je Koalitionspartner.
- Senkrechte Linien = Ereignisse: grau rechtlich, blau politisch, rot ökonomisch. Fadenkreuz und Tooltip nennen Quartal, Wert, Regierung und Ereignisse.
- Klick auf ein Band setzt den Stichtag und öffnet „Was war danach neu?“.
- Ein Knick an einem Band ist ein Anlass, keine Ursache. Der Beleg ist die Korrelation mit Kontroll-Ländern, nicht dieses Bild.
- Vor 2016 ist die deutsche Reihe dünn (ein Quartal je Jahr in den Altdaten) — Ausschläge dort sind Datenlage, nicht Politik.
Einfach erklärt
Die blaue Linie ist wie eine Fieberkurve — aber statt Fieber zeigt sie: Wie viel von allem, was ein Land kauft, ist zum Beispiel Umweltschutz? Ein Punkt für jedes Vierteljahr.
Die farbigen Streifen darunter sind die Regierungen. Jede Farbe ist eine Partei. Dunkel heißt CDU, rot SPD, grün Grüne. Wenn zwei Parteien zusammen regieren, siehst du zwei Farben nebeneinander im dünnen Streifen ganz unten.
Die senkrechten Linien sind Ereignisse: eine Wahl, ein neues Gesetz, Corona.
So liest du sie: Schau, wo eine neue Regierung anfängt. Macht die blaue Linie danach etwas anderes als davor? In Hessen nicht — sie wackelt vorher und nachher gleich. Das ist eine Antwort, auch wenn sie langweilig ist.
Und wenn die Linie an einer Stelle einen Sprung macht, heißt das noch nicht, dass die Regierung schuld war. Vielleicht war es das Gesetz oder Corona zur gleichen Zeit. Deshalb gibt es unten den Knopf zum Nachprüfen.
Daten: friedrich_agg_zeitreihe (Quartale je Land/NUTS-1 × CPV), friedrich_ref_perioden (StatePol 1990–2022 + Handkuratur), friedrich_ref_ereignisse.
Was war danach neu?
Frage: Welche CPV-Klassen hat ein Gebiet nach einem Stichtag erstmals ausgeschrieben — und nur hier?
- Nur Klassen, die vorher nie auftraten, obwohl das Gebiet mindestens acht Quartale mit Volumen beobachtet war.
- „anderswo“ = in wie vielen anderen Ländern dieselbe Klasse im selben Fenster ebenfalls neu war. 0 heißt nur hier; viele heißt Formatwechsel oder Portal, nicht Politik.
- Ein Merkmal, kein Beleg. Die Mengen sind klein — meist einstellig im ersten Jahr.
Einfach erklärt
Klick auf einen Regierungsstreifen. Dann schauen wir nach: Hat das Land nach diesem Tag Dinge gekauft, die es vorher NOCH NIE gekauft hat?
Wie wenn du in den Einkaufszettel deiner Familie schaust und plötzlich steht da etwas, das nie zuvor draufstand.
Die Spalte „anderswo“ ist wichtig: Wenn alle anderen Familien zur gleichen Zeit dasselbe neue Ding gekauft haben, dann liegt es nicht an deiner Familie — sondern daran, dass es das Ding vorher einfach nicht gab.
Daten: friedrich_agg_neuheit je NUTS-1 und Bund.
Regierungslandschaft
Frage: Wer regierte wann wo — und mit wem?
- Bund und 16 Länder auf einer Achse. Partei oben wählen: alles ohne diese Partei wird gedimmt.
- Klick auf eine Zeile wechselt das Gebiet des ganzen Dashboards.
- Neun Parteifarben sind mehr, als eine Legende bequem trägt — deshalb die Parteikonvention (SPD rot, CDU dunkel …) und die Legende darunter, nicht frei gewählte Farben.
Einfach erklärt
Hier siehst du alle 16 Bundesländer und den Bund untereinander, von 2005 bis heute. Jede Zeile ist ein Land, jeder farbige Abschnitt eine Regierung.
Wähl oben eine Partei: Alles, wo sie NICHT mitregiert hat, wird blass. So siehst du auf einen Blick, wo die Grünen oder die FDP überall dabei waren.
Klick auf eine Zeile, und das ganze Dashboard springt zu diesem Land.
Daten: friedrich_ref_perioden; 80 von 114 Perioden tagesgenau aus StatePol, 34 handkuratiert und so markiert.
Ereignisreihe gegen Vergaben
Frage: Läuft eine Reihe der anderen voraus — und wie sicher ist das?
- Standard ist entzerrt: Anteil am Gesamtaufkommen oder Veränderung zum Vorjahresquartal. Roh zeigt fast immer r > 0,9, weil der Bestand wächst — deshalb steht roh daneben, als Warnung.
- Die Tabelle prüft 0 bis 8 Quartale Versatz. Pearson r und Spearman ρ; die Deutung rechnet den Suchraum mit ein UND verlangt, dass beide Maße dasselbe sagen — sonst heißt sie „nur durch Ausreißer“.
- Als Ereignisreihe steht auch die Bundestagsdebatte zur Wahl: Begriffstreffer im Volltext von 860 Plenarprotokollen ab 2015. Zu jedem Treffer liegt die Fundstelle mit Satzkontext in der Datenbank — jede Zahl ist bis auf den Satz nachlesbar.
- Neun Versätze × acht Themen sind viele Tests — ein „schwacher“ Treffer fällt auch zufällig an.
- Die Bundestagsreihe zählt Wörter, nicht Themen: „Beschaffung“ im Protokoll heißt nicht, dass die Sitzung von Beschaffung handelte. Der Kontext steht daneben, damit man es prüfen kann.
- Der Anteil-Modus nimmt das Wachstum des Bestands heraus, aber keinen echten Jahrzehnttrend. Fallen beide Reihen über zehn Jahre, korrelieren sie zwangsläufig — die Seite warnt dann oben und verweist auf den Vorjahresmodus.
Einfach erklärt
Stell dir zwei Fieberkurven vor. Die Frage ist: Wenn die eine hochgeht, geht die andere dann ein paar Monate später auch hoch — immer wieder, nicht nur einmal?
Zum Beispiel: Wenn im Bundestag viel über Computer geredet wird, kaufen die Städte dann ein Jahr später mehr Computer?
Die Tabelle probiert das aus: einmal ohne Verzögerung, einmal mit einem Vierteljahr, mit zwei, mit drei … bis zu acht. Und sagt dann in drei Wörtern: „deutlich“, „schwach“ oder „kein belastbarer Zusammenhang“.
Achtung, Falle: Wenn du „roh“ wählst, sehen ALLE Kurven aus, als würden sie zusammengehören. Das liegt daran, dass unsere Sammlung jedes Jahr größer wird — alles steigt. Deshalb ist „entzerrt“ eingestellt: Da rechnen wir das Wachsen der Sammlung heraus, und übrig bleibt nur, was wirklich zusammenhängt.
Und noch etwas: Wer acht Verzögerungen ausprobiert, findet fast immer eine, die ein bisschen passt — so wie man bei acht Würfeln fast immer eine Sechs findet. Deshalb steht dabei, wie oft wir gewürfelt haben.
Zweite Falle: Zwei Kurven, die beide seit zehn Jahren nach unten gehen, sehen zusammengehörig aus — auch wenn sie nichts miteinander zu tun haben. Wie zwei Menschen, die zufällig beide älter werden. Wenn das passiert, steht oben eine orange Warnung, und du solltest auf „Veränderung zum Vorjahresquartal“ umschalten.
Dritte Falle: Manchmal reicht EIN verrückter Ausreißer, damit eine Kurve zu passen scheint. Deshalb rechnen wir jede Verbindung zweimal, auf zwei verschiedene Arten. Sind sich die beiden nicht einig, schreiben wir „nur durch Ausreißer“ — und dann ist es nichts.
Daten: friedrich_agg_zeitreihe seit 2016 · friedrich_agg_bundestag_quartal (DIP-Volltext, normiert auf Zeichen und Themenanteil); Entzerrung und Korrelation in src/lib/korrelation.ts.
Methodik — und was diese Zahlen nicht bedeuten
Grundgesamtheiten werden getrennt gehalten. Alle Wettbewerbszahlen stammen ausschließlich aus TED-Zuschlagsbekanntmachungen — dem gleichen EU-Formular in jedem Land. Nationale unterschwellige Vergaben werden nur gezählt, nie in dieselbe Quote gerechnet. Der Grund ist nicht Vorsicht, sondern Arithmetik: rechnet man beides zusammen, kommen für Italien 92,8 % und für Spanien 83,0 % „Ein-Bieter-Vergaben" heraus, weil zwei Millionen italienische affidamenti diretti und knapp drei Millionen spanische contratos menores Direktvergaben sind, bei denen ein einziger Bieter die gesetzliche Definition ist. Diese Zahl wäre richtig gerechnet und trotzdem falsch.
Ein Bieter heißt nicht Korruption. Es gibt legitime Gründe: Spezialtechnik, Nachbestellungen zu bestehenden Systemen, dünne Anbietermärkte in ländlichen Regionen. Die Quote ist ein Indikator für Wettbewerbsintensität, kein Vorwurf.
Zeitraum und Quelle der Bieterzahlen. Zwei Quellen, je Verfahren gekennzeichnet: ab 2024 das eForms-Feld BT-759 (je Verfahren, alle Länder — 405.793 Zuschläge); für 2017–2023 das Feld NUMBER_OFFERS der TED-CSV-Altdaten (je Zuschlag gemeldet, bei mehreren Losen zählt das Los mit den meisten Angeboten — 93.155 Zuschläge, ausschließlich deutsche Auftraggeber). Der Ländervergleich gilt deshalb ab 2024; die deutsche Reihe reicht bis 2017. Beide Quellen stammen aus demselben Formularfeld „Anzahl der eingegangenen Angebote“; wo sie sich überlappen, gilt eForms.
Was noch fehlt. Die Verfahrensart (offen, nicht offen, Verhandlungsverfahren) ist auf den ausgewerteten Zuschlagsbekanntmachungen nicht durchgängig gesetzt. Offene Verfahren lassen sich deshalb noch nicht getrennt ausweisen; die Quoten enthalten alle Verfahrensarten. Das ändert sich, sobald das Feld nachgeladen ist — der Stand oben sagt, wann zuletzt gerechnet wurde.
Anzeigeschwelle. Eine Quote erscheint erst ab 200 Fällen. Darunter steht „n zu klein". Absolute Zahlen werden immer gezeigt.
Fehler gefunden? Schreiben Sie uns — eine falsche Zahl, die still stehenbleibt, kostet mehr als eine, die korrigiert wird.
Zitierweise
Friedrich & Clement, Befunde aus europäischen Vergabedaten, Stand 10.9.2026, friedrich-clement.com/befunde
Die Zahlen dürfen frei verwendet werden, auch kommerziell, mit Quellenangabe. Für Rückfragen, Sonderauswertungen oder einen Datensatz, den es hier nicht gibt: einfach fragen.